Die evangelische Kirche und Kirchengemeinschaft
Ansicht Ostseite
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befanden sich im Kirchspiel fast ausschließlich
katholische Einwohner. Aus dem Jahre 1817 meldet die Statistik, daß in Sichtigvor
6 und auf der königlichen Domaine (Ordensschloß) 4 Lutheraner sich befinden.
Diese Zahl blieb ziemlich konstant in den Bewohnern von Mühle und Haus
Mülheim bis in die späten Jahrzehnte des Jahrhunderts. Mit Antritt der Firma
Dassel in Allagen kamen in der Familie und auswärtigen Angestellten weitere
Protestanten hinzu, desgleichen in Belecke.
Bis 1896 mußten sie zu ihren Gottesdiensten nach Warstein, wo sie auch auf
eigenem Friedhof bestattet wurden.
Ansicht von der Möhnestraße
Dank der Initiative des Fabrikbesitzers Georg Dassel kam es dann im Jahre
1896 zum Bau einer eigenen Kapelle auf dem Grundstück an der Möhnestraße in
Sichtigvor, erworben von der Verwaltung der Gräfin von Kielmannsegge auf
Haus Cappenberg. Erster Pfarrer war Pastor Nuttebom, 1903 folgte der Hilfs-
prediger Meier und 1904 Pfarrer Prein.
Die Kapelle in Sichtigvor war jedoch keine Hauptkirche; ihre Angehörigen
wurden als Filialgemeinde von Warstein betreut, heute werden sie von Belecke betreut.
Damals besuchten die hiesige Kapelle die evangelischen Christen von
Allagen, vom Kirchspiel Mülheim und von Belecke. Seit Jahren hat Belecke eine
eigene Kirche für seine zahlreich dort ansässigen Lutheraner, so daß also nur
noch die vom Kirchspiel Mülheim und von Allagen hier betreut werden.
Ansicht Westseite
Mit der ,,Völkerwanderung" nach 1945 kamen von allen Gegenden, besonders
aus den Ostgebieten, auch bei uns viele Protestanten zur neuen Heimat, so daß
die hiesige evangelische Kirchengemeinde heute recht beträchtlich ist.

Ansicht Möhnestraße / Südseite